PERSIST. SCENE FILES 001 Forbidden Frequency

PERSIST. SCENE FILES 001 Forbidden Frequency

Wien, Österreich · Kollektiv

Foto: Benicio Daniel

PERSIST. SCENE FILES dokumentiert die Menschen, Kollektive und Ideen, die Clubkultur von innen heraus prägen. Es geht darum, was sie antreibt, was sich verändert, was sich verändern muss - und was niemals verloren gehen darf.

Im ersten Scene File stellen wir Forbidden Frequency vor, ein junges, progressives DJ-Kollektiv aus Wien. Ihr Fokus liegt darauf, aufstrebenden Artists eine Plattform zu bieten, die nächste Generation elektronischer Musik zu fördern und Räume zu schaffen, in denen Menschen nicht nur tanzen, sondern sich dabei auch sicher fühlen können.

1. WER SEID IHR?

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind ein junges, progressives, elektronisches DJ-Kollektiv aus Wien und veranstalten seit dem 23. Oktober 2025 regelmäßige Events in verschiedenen Wiener Locations. Dazu gehören Clubs wie das Gleis19, The Loft, Kramladen, Loop und das Lucia - aber wir bespielen auch unkonventionelle Spots wie den Würstelstand Spittelau.

2. WARUM HABT IHR ANGEFANGEN?

Was hat euch gefehlt oder dazu gebracht, selbst etwas auf die Beine zu stellen?

Ich lege selbst seit fünf Jahren als DJ auf. In dieser Zeit habe ich immer wieder versucht, etablierte Kollektive anzuschreiben, um Slots zu bekommen - allerdings fast nie eine echte Chance erhalten, mich zu beweisen.

Aus dieser Frustration heraus und mit dem Ziel, Newcomern sowie Newcomerinnen eine Bühne zu bieten, die heute in meinen damaligen Schuhen stecken, habe ich Forbidden Frequency gegründet.

Wir achten konsequent darauf, pro Event mindestens einen Debütanten oder eine Debütantin auf das Line-up zu holen. Bei unserem allerersten Event hatten sogar 5 von 7 DJs ihr absolutes Debüt - und es hat alles fantastisch funktioniert.

Foto: Benicio Daniel

3. WAS LÄUFT IN DER CLUBKULTUR GERADE FALSCH?

Was läuft aus eurer Sicht in der Clubkultur aktuell schief? Was nervt euch, macht euch Sorgen oder müsste sich verändern?

Eines der größten Probleme in der Clubkultur ist für uns, dass junge Künstler und Künstlerinnen zu selten eine echte Chance bekommen. Der Markt ist mittlerweile komplett mit DJs überschwemmt. Dass nicht immer alle spielen können, ist völlig klar. Trotzdem sollte der Fokus viel stärker darauf liegen, frische Gesichter zu fördern, anstatt sich in der Szene immer nur auf die ewig gleichen, bekannten Namen zu verlassen.

Die Jungen - egal ob DJs, Veranstalter oder Veranstalterinnen - haben es extrem drauf und verdienen eine faire Chance.

Abgesehen davon gibt es in der Szene leider immer Dinge, die man noch besser machen muss - allen voran Themen wie Diskriminierung, durchdachte Awareness-Konzepte und faire Ticket- sowie Getränkepreise.

4. WAS BRAUCHT DIE WIENER SZENE GERADE?

Was braucht die Wiener Club- und Musikszene aus eurer Sicht im Moment am dringendsten?

Ich bin der Meinung, dass die Wiener Clubszene viel mehr Unterstützung von der Stadt und dem Staat braucht. Clubkultur ist Kultur und bedeutet Freiheit - so etwas gehört aktiv gefördert!

Mit staatlicher Unterstützung hätten Clubs zum Beispiel die Möglichkeit, Getränkepreise bezahlbar zu halten und die Mieten für externe Veranstalter und Veranstalterinnen zu senken. Das würde vieles einfacher machen.

Auch die bürokratischen Hürden für Neueröffnungen müssen sinken. In den letzten Jahren haben mit der Pratersauna und dem Ponyhof zwei mega coole und wichtige Clubs geschlossen.

Wenn das so weitergeht, stellt sich die Frage: Wie soll die Wiener Clubkultur überleben?

5. WAS MOTIVIERT EUCH, WEITERZUMACHEN?

Was hält euch trotz aller Herausforderungen dabei?

Das Schöne am Veranstalten und einer der Hauptgründe, warum wir uns diese ganze Arbeit überhaupt antun, ist der Moment, in dem man in die Crowd blickt: Wenn man sieht, dass das Publikum, die Artists sowie alle Tänzer und Tänzerinnen einfach glücklich sind.

Es ist eines der schönsten Gefühle überhaupt, sich im Club hinzustellen, das Treiben zu beobachten und zu spüren, dass die Leute den Vibe voll annehmen.

In diesem Moment weiß man, dass man alles richtig gemacht hat und sich die schlaflosen Nächte gelohnt haben.

Foto: Severin Formanek

6. WAS MUSS BLEIBEN?

Was ist eine Sache an Clubkultur, die wir auf keinen Fall verlieren dürfen?

Zusammenhalt und Freiheit.

Unter Zusammenhalt verstehe ich vor allem, gemeinsam und entschlossen gegen jede Form von Diskriminierung aufzustehen.

Jeder und jede Einzelne hat es verdient, sich frei zu fühlen, gute Gespräche zu führen und unbeschwert zu elektronischer Musik zu tanzen.

Foto: Severin Formanek

ÜBER FORBIDDEN FREQUENCY

Forbidden Frequency ist ein progressives Kollektiv für elektronische Musik aus Wien, das aufstrebende Artists unterstützt und Möglichkeiten für die nächste Generation der Szene schafft.

Ihre Events bewegen sich zwischen House, Techno, Trance, Drum & Bass und Garage. Awareness, Respekt und die Gestaltung sichererer Räume auf dem Dancefloor sind dabei feste Bestandteile ihrer Haltung.

Standort: Wien, Österreich
Instagram: @forbidden.frequency.vie
Website: Forbidden Frequency
Entdecke: Events · Artists · Manifest · Awareness

Folge Forbidden Frequency und entdecke kommende Events, Artists und neue Projekte.

Foto: Benicio Daniel

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